Grenzenloses Glück

Das Cover für den neuen Roman ist bereits fertig. 


Mich haben bei einem Besuch in Shipshewana/Indiana vor einigen Jahren die Amisch fasziniert, die eigentlich ein karges Leben ohne Luxus führen und in ihrem Verkaufsort alles bieten, ohne das die Welt nicht mehr auskommt: Strom natürlich, damit man die erworbenen Güter per Kreditkarte bezahlen kann. Klimaanlage, Telefon etc. Die Amisch selbst laufen in ihrer normalen - für den modernen Menschen ziemlich antiquierten - Kleidung herum. Man kommt sich ein bisschen vor wie in einem anderen Jahrhundert, wenn man in Shipshewanas Einkaufsmeile wandelt.

Was mich  hauptsächlich begeistert, ist das zurückgezogene Leben - mal von diesem Einkaufszentrum abgesehen. Die Gemeindemitglieder unterstützen einander bedingungslos zum Beispiel beim Hausbau. Es packen alle mit an, bis das Haus fertig ist. Es gibt die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Das wiederum finde ich nicht akzeptabel, aber ich muss dort ja auch nicht leben. Es gibt natürlich Konflikte, wenn jemand dieses Leben nicht (mehr) führen will.

In meinem Buch verliebt sich eine Amische in die Anwältin ihrer Tante, die vor vielen Jahren die Gemeinschaft verlassen musste und sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat. Nach ihrem Tod vererbt sie ihrer Nichte Haus und Geld. Zum Zwecke der Abwicklung reist Leah, die Nichte, nach Deutschland und verliebt sich nach und nach in die Anwältin ...

Was sehr bemerkenswert an der Entstehung des neuen Textes ist, ist der Umstand, dass ich innerhalb von einem Monat den Großteil des Textes im Zuge des NationalWritingMonth im November geschrieben habe. Im Moment geht es um die inhaltliche Vervollständigung der Lücken, die während des stetigen Schreibens entstanden sind. Anschließend geht es an die Überarbeitung, damit der Roman so bald wie möglich veröffentlicht werden kann.

 

Der oben angesprochene Monat findet im November eines Jahres statt. Alle Schreibwütigen melden sich auf der Plattform an. Vorzugsweise täglich trägt man seine Wörterzahl auf seinem Konto ein, um einen Überblick über den eigenen Fortschritt zu haben. Die Vorgabe lautete, 1667 Wörter in 30 Tagen zu schreiben, um exakt auf eine Zahl von 50.000 Wörtern zu kommen.

Ich habe etwas mehr geschafft, muss aber zugeben, dass ich schon mit ca. 7000 Wörtern eingestiegen bin. Leider lag der Roman bis dahin brach und wurde in diesem Monat zum Leben erweckt. Supersache!

 

Das Irre an dieser Aktion ist, dass tatsächlich ein schon ziemlich weit fortgeschrittener Roman entstanden ist. Außerdem hatte ich insgeheim einen ganz anderen Verlauf der Handlung im Kopf, die sich während des Schreibens komplett eigenständig entwickelt hat.  Schon wieder muss ich etwas zugeben: Die sich verselbständigende Handlung ist sehr viel besser gelungen, als ich sie mir anfangs ausgedacht hatte. Das ist total spannend. … und vielleicht mache ich in diesem Jahr wieder mit, weil ich noch diverse "Romanleichen" im Keller habe, die auf Schreibvollendung warten. ;-)

 

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich im November 2019 ziemlich am Limit gearbeitet habe. Eine solche Aktion kann ich höchstens einmal im Jahr durchhalten, vielleicht sogar nur alle zwei Jahre. Mal sehen. Am Anfang habe ich wie entfesselt geschrieben und bin am Ende auf dem Zahnfleisch gegangen, um die erforderliche Zahl der Wörter das ein oder andere Mal zu unterschreiten. Am Ende habe ich von meiner anfänglichen Schreibtrance profitiert.